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Börse

Bitpanda

7,7

von 10

Bewertung

Bitpanda ist eine österreichische Handelsplattform für Kryptowerte, Aktien, ETFs und Edelmetalle mit Fokus auf Einsteiger.

Testergebnis im Detail

Sicherheit7,8
Gebühren6,3
Bedienbarkeit8,5
Funktionsumfang7,9
Eignung für Deutschland7,7

Für wen sich der Anbieter eignet

Bitpanda richtet sich vor allem an Einsteiger und Gelegenheitsanleger, die neben Kryptowerten auch Aktien, ETFs oder Edelmetalle über eine einzige App verwalten möchten. Die Plattform ist bewusst niedrigschwellig gestaltet und verzichtet auf komplexe Handelsoberflächen mit Orderbüchern, wie man sie von professionellen Börsen kennt. Wer bereits aktiv tradet, viele Ordertypen benötigt oder auf niedrigste Gebühren bei großen Volumina angewiesen ist, findet bei spezialisierten Handelsplätzen oft bessere Konditionen. Für alle, die regelmäßig kleinere Beträge investieren, Sparpläne nutzen oder einfach unkompliziert in verschiedene Anlageklassen einsteigen wollen, ist Bitpanda dagegen eine sehr praktikable Lösung. Auch Nutzer, die Wert auf eine deutschsprachige, übersichtliche App legen und nicht tief in technische Details einsteigen wollen, sind hier gut aufgehoben.

Konto eröffnen und verifizieren

Die Registrierung erfolgt per E-Mail oder Smartphone-Nummer und dauert nur wenige Minuten. Die Identitätsprüfung läuft über ein automatisiertes Video- oder Foto-Ident-Verfahren direkt in der App, bei dem ein Ausweisdokument sowie ein kurzes Selfie-Video hochgeladen werden. In der Praxis ist die Verifizierung meist innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden abgeschlossen, in Einzelfällen kann eine manuelle Prüfung etwas länger dauern. Vorteilhaft ist, dass der gesamte Prozess ohne Papierformulare oder Postversand funktioniert. Wer die App zum ersten Mal nutzt, wird durch klar strukturierte Schritte geführt, sodass auch technisch weniger versierte Nutzer kaum Hürden erleben. Größere Probleme treten meist nur bei ungewöhnlichen Namensschreibweisen oder unscharfen Fotos auf.

Gebühren und Kosten

Bitpanda arbeitet überwiegend mit einem Spread-Modell, bei dem die Kosten in der Differenz zwischen An- und Verkaufskurs enthalten sind, statt mit separat ausgewiesenen Handelsgebühren. Das macht die Kostenstruktur auf den ersten Blick einfach, erschwert aber den direkten Vergleich mit Börsen, die klassische Maker-Taker-Gebühren nutzen. Wer aktiv über die erweiterte Handelsansicht mit Limit-Orders handelt, kann unter Umständen günstigere Konditionen erzielen als über die einfache Kaufmaske. Ein- und Auszahlungen per SEPA-Überweisung sind in der Regel kostenfrei, während Kartenzahlungen oder Sofortüberweisungen häufig mit zusätzlichen Aufschlägen verbunden sind. Wer regelmäßig kleine Beträge investiert, sollte die Gesamtkosten im Blick behalten, da sich Spreads bei häufigem Handel summieren können.

Bedienung und Handelserlebnis

Die App gilt als eine der aufgeräumtesten im deutschsprachigen Raum und richtet sich klar an Nutzer ohne Vorerfahrung. Käufe und Verkäufe lassen sich mit wenigen Klicks ausführen, Sparpläne für Kryptowerte, Edelmetalle und ETFs lassen sich flexibel einrichten und pausieren. Wer tiefer einsteigen möchte, findet in einer separaten, erweiterten Handelsansicht auch Charts und Limit-Orders, diese wirkt jedoch im Vergleich zu spezialisierten Handelsplattformen weniger ausgereift. Die Web-Version bietet im Wesentlichen den gleichen Funktionsumfang wie die App. Insgesamt eignet sich die Bedienung sehr gut für den entspannten, längerfristigen Vermögensaufbau, weniger für schnelles, chartorientiertes Trading mit vielen Positionen.

Sicherheit und Regulierung

Bitpanda verfügt über eine Zulassung als Kryptowertedienstleister nach der MiCA-Verordnung, ausgestellt durch die österreichische Finanzmarktaufsicht, und unterliegt damit einheitlichen europäischen Regeln zu Reserven, Transparenz und Kundengeldtrennung. Kundenguthaben in Euro werden getrennt von Firmenvermögen verwahrt, Kryptowerte liegen größtenteils in Cold-Storage-Lösungen. Die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist Standard und wird bei der Einrichtung aktiv empfohlen. Größere sicherheitsrelevante Vorfälle mit Kundenverlusten sind für die vergangenen Jahre nicht bekannt. Dennoch bleibt zu bedenken, dass Kryptowerte auf der Plattform selbst keiner Einlagensicherung wie klassische Bankguthaben unterliegen, was Nutzer bei der eigenen Risikoeinschätzung berücksichtigen sollten.

Einzahlung, Auszahlung und Steuern

Deutsche Nutzer können per SEPA-Überweisung, Kreditkarte oder Sofortüberweisung einzahlen, wobei SEPA meist am günstigsten und Kartenzahlungen am schnellsten sind. Auszahlungen auf ein deutsches Bankkonto dauern in der Regel ein bis zwei Werktage. Für die Steuererklärung stellt Bitpanda einen Transaktionsexport sowie Auswertungen bereit, die sich in gängige Steuertools importieren lassen; eine eigenständige rechtliche Prüfung bleibt aber empfehlenswert. Nach deutschem Recht sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten nach einer Haltedauer von einem Jahr steuerfrei, darunter gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr für private Veräußerungsgeschäfte. Der Export ersetzt keine individuelle steuerliche Beratung, erleichtert die Dokumentation aber erheblich.

Stärken und Schwächen

Dafür spricht

Breites Anlageuniversum an einem Ort

Neben Kryptowerten lassen sich auch Aktien, ETFs und Edelmetalle im selben Konto verwalten. Das erleichtert Einsteigern die Übersicht, weil nicht mehrere Apps parallel genutzt werden müssen.

Sehr einsteigerfreundliche App

Die klare Menüführung und einfache Kaufmaske senken die Einstiegshürde deutlich. Nutzer ohne Trading-Erfahrung finden sich schnell zurecht.

Flexible Sparpläne

Regelmäßige, automatisierte Käufe lassen sich für zahlreiche Kryptowerte und andere Anlageklassen einrichten. Das eignet sich gut für einen langfristigen, disziplinierten Vermögensaufbau.

MiCA-Zulassung vorhanden

Die Regulierung durch die österreichische Finanzmarktaufsicht schafft einen europaweit einheitlichen Rechtsrahmen. Das erhöht die Rechtssicherheit gegenüber unregulierten Plattformen.

Schnelle Verifizierung

Die digitale Identitätsprüfung ist meist binnen Minuten bis Stunden abgeschlossen. Das reduziert Wartezeiten für Neukunden erheblich.

Dagegen spricht

Spread-Modell schwer vergleichbar

Da Kosten überwiegend im Kurs versteckt sind, lässt sich der tatsächliche Preis pro Trade nicht auf Anhieb erkennen. Aktive Trader können dadurch unbemerkt mehr zahlen als bei transparenten Gebührenmodellen.

Eingeschränkte Ordertypen in der Basisansicht

Die einfache Kaufmaske bietet keine erweiterten Ordertypen. Wer gezielt zu bestimmten Kursen kaufen oder verkaufen will, muss in die separate, weniger intuitive Handelsansicht wechseln.

Kartenzahlungen mit Aufschlag

Schnelle Einzahlungswege wie Kreditkarte oder Sofortüberweisung sind in der Regel teurer als SEPA. Wer nicht plant, wird für Bequemlichkeit zusätzlich zur Kasse gebeten.

Kein klassischer Einlagenschutz für Kryptowerte

Anders als Bankguthaben sind gehaltene Kryptowerte nicht durch eine Einlagensicherung abgedeckt. Im Insolvenzfall bleibt ein Restrisiko, das Einsteiger nicht unterschätzen sollten.

Fazit der Redaktion

Bitpanda ist eine solide Wahl für Einsteiger, die unkompliziert und mit wenig Vorwissen in Kryptowerte, Aktien oder Edelmetalle investieren möchten. Die App ist übersichtlich, die MiCA-Zulassung schafft Rechtssicherheit, und Sparpläne erleichtern den langfristigen Vermögensaufbau. Wer aktiv handelt, auf transparente Gebühren mit ausgewiesenen Prozentsätzen Wert legt oder erweiterte Ordertypen benötigt, wird an anderer Stelle besser bedient, da das Spread-Modell die tatsächlichen Kosten verschleiert. Für den entspannten, längerfristigen Einstieg mit kleineren, regelmäßigen Beträgen ist Bitpanda dennoch klar zu empfehlen, für ambitionierte Trader eher nicht die erste Wahl.

Hinweis: Porträt und Bewertung sind redaktionelle Einschätzungen (Stand: 17. Juli 2026), keine Anlage- oder Kaufberatung. Konditionen können sich ändern – bitte vor der Nutzung beim Anbieter prüfen.