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Börse

Crypto.com

6,8

von 10

Bewertung

Crypto.com ist eine international tätige Kryptobörse mit App, eigener Debitkarte und breitem Funktionsangebot von Handel bis Staking.

Testergebnis im Detail

Sicherheit7,5
Gebühren6,0
Bedienbarkeit6,5
Funktionsumfang8,5
Eignung für Deutschland6,5

Für wen sich der Anbieter eignet

Crypto.com richtet sich an Nutzer, die mehr als nur einen reinen Handelsplatz suchen und stattdessen ein Gesamtpaket aus Kauf, Verwahrung, Kreditkarte und Zusatzfunktionen wollen. Einsteiger finden eine einfache Kaufmaske für die gängigsten Kryptowerte, müssen sich aber durch ein sehr umfangreiches Menü mit Staking, Krediten, NFT-Bereich und Kartenprogramm arbeiten, was am Anfang unübersichtlich wirken kann. Fortgeschrittene Nutzer, die aktiv traden und von Gebührenrabatten profitieren wollen, kommen eher auf ihre Kosten, wenn sie bereit sind, den anbietereigenen Coin CRO zu halten.

Für reine Langfristanleger, die nur wenige Werte kaufen und liegen lassen wollen, ist der Funktionsumfang eher zu groß und teilweise unnötig komplex. Wer vor allem eine Debitkarte mit Kryptobezug im Alltag nutzen möchte, findet hier eines der bekanntesten Angebote am Markt.

Konto eröffnen und verifizieren

Die Registrierung läuft über die App oder die Webseite und beginnt mit E-Mail-Adresse und Passwort. Danach folgt die Identitätsprüfung nach den üblichen KYC-Vorgaben: Ausweisdokument fotografieren, ein Selfie zum Abgleich hochladen und in vielen Fällen einen Adressnachweis einreichen. In der Praxis dauert die Freischaltung meist wenige Minuten bis zu einem Tag, kann sich bei unklaren Dokumenten aber auch über mehrere Tage hinziehen. Deutsche Nutzer werden zusätzlich nach steuerlichen Angaben gefragt, da Crypto.com als CASP-Dienstleister zur Meldung bestimmter Daten verpflichtet ist.

Wer ein höheres Auszahlungslimit oder Zugriff auf das Kartenprogramm möchte, muss oft eine zweite, strengere Verifizierungsstufe durchlaufen. Für Nutzer ohne Erfahrung mit Verifizierungsprozessen ist das machbar, aber nicht immer selbsterklärend.

Gebühren und Kosten

Crypto.com arbeitet beim aktiven Handel mit einem Maker-Taker-Modell, bei dem Rabatte gewährt werden, wenn Nutzer einen bestimmten Anteil ihres Vermögens in CRO halten. Wer stattdessen die einfache Kaufmaske für den sofortigen Kauf nutzt, zahlt einen im Kurs eingepreisten Spread, der spürbar höher liegt als die reine Handelsgebühr im Orderbuch. Auszahlungen auf ein SEPA-Konto sind in der Regel günstig oder kostenfrei, während Auszahlungen von Kryptowerten auf externe Wallets je nach Netzwerk unterschiedlich hoch ausfallen.

Das Kartenprogramm mit Cashback-Vorteilen ist an gestaffelte CRO-Einlagen gebunden, wodurch der eigentliche Nutzen stark davon abhängt, wie viel Kapital ein Nutzer dauerhaft binden will. Wer die Feinheiten nicht versteht, zahlt schnell mehr als nötig.

Bedienung und Handelserlebnis

Die App von Crypto.com ist optisch modern, aber inhaltlich sehr dicht bestückt: Handel, Karte, Staking, Kredite, NFTs und ein eigener Newsfeed konkurrieren um Aufmerksamkeit. Für Einsteiger kann das überfordernd wirken, während erfahrene Nutzer die Fülle an Funktionen schätzen. Die Weboberfläche für den fortgeschrittenen Handel ist klarer strukturiert und bietet Markt-, Limit- und Stop-Orders sowie ein Orderbuch mit Tiefenanzeige. Sparpläne lassen sich einrichten, allerdings mit weniger Flexibilität bei der Taktung als bei spezialisierten Sparplan-Anbietern.

Wer regelmäßig kleine Beträge investieren möchte, findet die Funktion grundsätzlich brauchbar, sollte aber die damit verbundenen Kosten im Blick behalten. Insgesamt ist die Bedienung leistungsfähig, aber nicht auf Einfachheit optimiert.

Sicherheit und Regulierung

Der Großteil der Kundengelder wird nach Angaben des Anbieters in Cold-Storage-Lösungen verwahrt, Zwei-Faktor-Authentifizierung ist Pflicht und lässt sich über App-basierte Verfahren zusätzlich absichern. Für einen Teil der verwahrten Bestände besteht eine Versicherungslösung, die jedoch nicht alle Risiken abdeckt und Kunden im Ernstfall nicht vollständig schützt. In der Vergangenheit gab es Berichte über kompromittierte Nutzerkonten, worauf der Anbieter mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen reagiert hat. Crypto.com verfügt über eine Zulassung als Kryptodienstleister nach der MiCA-Verordnung, wodurch der Anbieter in der EU reguliert operieren darf und den Berichts- und Reservepflichten unterliegt. Für Nutzer bedeutet das mehr Rechtssicherheit als bei nicht regulierten Anbietern, ersetzt aber keine eigene Vorsicht bei der Kontosicherung.

Einzahlung, Auszahlung und Steuern

Deutsche Nutzer können per SEPA-Überweisung oder Kreditkarte einzahlen, wobei Kartenzahlungen häufig mit höheren Gebühren verbunden sind als die klassische Überweisung. Auszahlungen auf ein deutsches Bankkonto dauern in der Praxis meist ein bis drei Werktage. Für die Steuererklärung bietet Crypto.com einen Export der Transaktionshistorie als CSV-Datei an, dieser ist jedoch nicht automatisch auf die deutschen Vorgaben nach Paragraf 23 EStG zugeschnitten. Nutzer müssen Haltefristen und die Freigrenze von 1.000 Euro bei kurzfristigen Gewinnen selbst nachhalten oder eine externe Steuersoftware nutzen, die die Rohdaten importieren kann. Wer viele Transaktionen über verschiedene Produkte des Anbieters verteilt, sollte für die Steuerdokumentation zusätzlichen Aufwand einplanen.

Stärken und Schwächen

Dafür spricht

Breites Funktionsangebot

Handel, Staking, Kreditkarte und Sparpläne sind in einer App vereint, was Nutzern Wege spart, die mehrere Dienste sonst getrennt nutzen müssten. Besonders für Nutzer, die ihr Krypto-Vermögen aktiv einsetzen wollen, ist das ein echter Mehrwert.

Debitkarte mit Cashback

Die Kryptokarte ermöglicht Alltagszahlungen mit Cashback-Vorteilen und macht Kryptowerte im täglichen Leben nutzbar. Für Nutzer, die bereits CRO halten, lohnt sich das spürbar.

Große Auswahl an Kryptowerten

Das Angebot an handelbaren Coins ist deutlich größer als bei vielen Wettbewerbern, was Nutzern mit speziellen Interessen entgegenkommt. Wer gezielt in weniger verbreitete Werte investieren möchte, findet hier oft eine Notierung.

MiCA-Zulassung vorhanden

Als lizenzierter CASP-Dienstleister unterliegt der Anbieter EU-weiten Berichts- und Reservepflichten. Das schafft für deutsche Nutzer ein höheres Maß an Rechtssicherheit als bei unregulierten Plattformen.

Regelmäßige Sparpläne möglich

Automatisierte Käufe lassen sich einrichten, um über einen längeren Zeitraum systematisch zu investieren. Das ist besonders für Einsteiger interessant, die nicht ständig aktiv den Markt beobachten wollen.

Dagegen spricht

Unübersichtliches Gebührenmodell

Rabattstufen sind an das Halten von CRO gekoppelt und für Einsteiger schwer zu durchschauen. Wer die Feinheiten nicht kennt, zahlt beim einfachen Kauf spürbar mehr über den eingepreisten Spread.

Komplexität überfordert Einsteiger

Die Fülle an Zusatzfunktionen wie NFTs, Krediten und Kartenprogrammen lenkt vom eigentlichen Handel ab. Nutzer, die nur einfach kaufen und halten wollen, müssen sich durch viele überflüssige Menüpunkte klicken.

Kartenvorteile an Kapitalbindung gekoppelt

Um von höheren Cashback-Stufen zu profitieren, muss dauerhaft Kapital in CRO gebunden werden. Das erhöht das Risiko für Nutzer, die eigentlich nur eine einfache Zahlungskarte wollten.

Steuerdaten nicht deutschlandspezifisch

Der Export der Transaktionshistorie ist nicht auf die deutschen Haltefristregeln zugeschnitten. Nutzer müssen selbst prüfen, welche Gewinne nach einem Jahr steuerfrei sind.

Fazit der Redaktion

Crypto.com ist ein Anbieter für Nutzer, die ein breites Ökosystem aus Handel, Karte und Zusatzfunktionen suchen und bereit sind, sich in ein komplexes Gebührenmodell einzuarbeiten. Wer aktiv handelt und CRO hält, kann von Rabatten profitieren, während Gelegenheitsnutzer beim einfachen Kauf über den Spread eher mehr bezahlen als bei spezialisierten Börsen. Die MiCA-Zulassung schafft Rechtssicherheit für deutsche Nutzer, die Steuerdokumentation bleibt aber Eigenaufwand. Für Einsteiger, die nur unkompliziert kaufen und halten wollen, ist der Funktionsumfang eher hinderlich als hilfreich. Für erfahrenere Nutzer mit Interesse an Kartenprogramm und Zusatzdiensten lohnt sich ein genauerer Blick, sofern die Kostenstruktur verstanden wird.

Hinweis: Porträt und Bewertung sind redaktionelle Einschätzungen (Stand: 17. Juli 2026), keine Anlage- oder Kaufberatung. Konditionen können sich ändern – bitte vor der Nutzung beim Anbieter prüfen.