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Börse

eToro

6,5

von 10

Bewertung

eToro ist ein Social-Trading-Broker, der neben Aktien, ETFs und CFDs auch den Handel mit echten Kryptowerten anbietet.

Testergebnis im Detail

Sicherheit7,0
Gebühren5,5
Bedienbarkeit7,5
Funktionsumfang7,0
Eignung für Deutschland6,0

Für wen sich der Anbieter eignet

eToro eignet sich vor allem für Einsteiger, die neben Kryptowerten auch Aktien, ETFs und CFDs auf einer Plattform handeln möchten und dabei von der Copy-Trading-Funktion profitieren wollen, bei der sich Strategien anderer Nutzer nachbilden lassen. Wer ausschließlich fokussiert Kryptowerte handeln und dabei möglichst niedrige Spreads erzielen möchte, findet bei reinen Kryptobörsen oft günstigere Konditionen. Für Nutzer, die den sozialen Austausch und die Transparenz anderer Portfolios schätzen, bietet eToro einen echten Mehrwert gegenüber klassischen Handelsplätzen.

Aktive Trader mit komplexen Orderstrategien stoßen dagegen bei den eingeschränkten Ordertypen für echte Kryptowerte an Grenzen. Insgesamt ist der Anbieter eher für breit gestreute Depots als für spezialisierten Kryptohandel gedacht.

Konto eröffnen und verifizieren

Die Anmeldung erfolgt online über Webseite oder App mit E-Mail-Adresse oder Anmeldung über einen bestehenden Account. Im Anschluss verlangt eToro die üblichen KYC-Angaben: Ausweisdokument, teilweise ein Video-Identifikationsverfahren und einen Nachweis der Wohnadresse. In der Praxis ist die Freischaltung meist innerhalb weniger Stunden bis zu zwei Tagen abgeschlossen, kann sich bei Rückfragen zu den eingereichten Dokumenten aber verzögern. Deutsche Nutzer müssen zusätzlich steuerliche Angaben machen, da der Anbieter als reguliertes Finanzunternehmen entsprechenden Meldepflichten unterliegt. Der gesamte Prozess ist vergleichsweise geführt und verständlich gestaltet, was ihn für unerfahrene Nutzer angenehmer macht als bei manchen reinen Kryptobörsen mit komplexeren Formularen.

Gebühren und Kosten

eToro erhebt bei echten Kryptowerten keine separat ausgewiesene Handelsgebühr, sondern kalkuliert die Kosten über einen im Kurs eingepreisten Spread, der im Vergleich zu spezialisierten Kryptobörsen häufig höher ausfällt. Hinzu kommt eine feste Auszahlungsgebühr pro Transaktion sowie eine Inaktivitätsgebühr, wenn ein Konto über einen längeren Zeitraum nicht genutzt wird. Da die Kontowährung häufig auf US-Dollar lautet, entstehen bei Einzahlungen in Euro zusätzliche Umrechnungskosten, die leicht übersehen werden. Für Gelegenheitsnutzer mit kleinen Beträgen kann sich das insgesamt stärker bemerkbar machen als bei Anbietern mit transparenter Gebührenstaffel. Wer viel handelt, sollte die Spreads verschiedener Kryptowerte vorab genau vergleichen.

Bedienung und Handelserlebnis

Die App von eToro ist übersichtlich gestaltet und stellt den sozialen Feed mit Einblicken in andere Portfolios in den Mittelpunkt, was besonders für Einsteiger motivierend wirken kann. Die Copy-Trading-Funktion lässt sich mit wenigen Klicks einrichten und automatisiert Anlageentscheidungen nach dem Vorbild ausgewählter Nutzer. Bei echten Kryptowerten sind die verfügbaren Ordertypen eingeschränkter als bei spezialisierten Handelsplätzen, was komplexere Strategien erschwert. Sparpläne lassen sich für regelmäßige Käufe einrichten, wobei die Flexibilität bei der Taktung begrenzt ist. Insgesamt ist die Bedienung auf Einfachheit und Übersicht ausgelegt, was für Einsteiger positiv, für erfahrene Trader aber teils zu wenig granular ist.

Sicherheit und Regulierung

eToro operiert über verschiedene regulierte Einheiten innerhalb der EU und unterliegt damit den Vorgaben der Finanzaufsicht sowie den Vorgaben der MiCA-Verordnung für den Kryptobereich. Echte Kryptowerte werden getrennt von CFD-Positionen geführt und über Wallet-Partner verwahrt, während Zwei-Faktor-Authentifizierung zur Kontoabsicherung zur Verfügung steht. Größere Sicherheitsvorfälle mit Kundengeldverlust sind für den Anbieter nicht bekannt, was für ein etabliertes Sicherheitsniveau spricht. Für Nutzer ist wichtig zu verstehen, dass bei eToro nicht alle Kryptoprodukte als tatsächlicher Besitz der Coins gehalten werden, sondern teilweise als CFD abgebildet sind, was rechtlich und steuerlich einen relevanten Unterschied macht. Wer echten Besitz möchte, muss gezielt die entsprechende Produktvariante wählen.

Einzahlung, Auszahlung und Steuern

Deutsche Nutzer können per SEPA-Überweisung, Kreditkarte oder PayPal einzahlen, wobei die Kontoführung häufig in US-Dollar erfolgt und dadurch Umrechnungskosten entstehen. Auszahlungen sind mit einer festen Gebühr sowie einem Mindestbetrag verbunden und dauern in der Praxis mehrere Werktage, bis das Geld auf dem deutschen Bankkonto ankommt. Für die Steuererklärung stellt eToro eine Jahresübersicht der Transaktionen bereit, diese ist jedoch nicht direkt auf die deutschen Vorgaben nach Paragraf 23 EStG zugeschnitten. Nutzer müssen Haltefristen, die Unterscheidung zwischen CFD- und echten Kryptopositionen sowie die Freigrenze von 1.000 Euro eigenständig nachvollziehen oder externe Steuersoftware zur Auswertung nutzen.

Stärken und Schwächen

Dafür spricht

Copy Trading verfügbar

Nutzer können Strategien erfahrener Trader automatisiert nachbilden, was besonders für Einsteiger ohne eigene Marktanalyse attraktiv ist. Das senkt die Einstiegshürde gegenüber klassischem Eigenhandel deutlich.

Breites Produktangebot

Neben Kryptowerten stehen Aktien, ETFs und CFDs auf einer Plattform zur Verfügung, was den Wechsel zwischen Anlageklassen ohne separate Konten erleichtert. Das spart Nutzern administrativen Aufwand.

Übersichtliche App

Die Benutzeroberfläche ist auf Einfachheit ausgelegt und erleichtert Einsteigern den Einstieg in den Handel. Wichtige Informationen sind schnell auffindbar, ohne durch zu viele Menüs zu navigieren.

EU-Regulierung mit MiCA-Bezug

Der Anbieter unterliegt europäischer Finanzaufsicht und den Vorgaben der MiCA-Verordnung für Kryptodienstleistungen. Das gibt deutschen Nutzern ein höheres Maß an Rechtssicherheit als bei nicht regulierten Plattformen.

Getrennte Verwahrung echter Kryptowerte

Echte Kryptowerte werden getrennt von CFD-Positionen geführt, was für mehr Klarheit über die eigentliche Eigentumslage sorgt. Nutzer, die echten Besitz wünschen, können dies gezielt wählen.

Dagegen spricht

Vergleichsweise hoher Spread

Da keine separate Handelsgebühr ausgewiesen wird, versteckt sich der eigentliche Preis im Spread, der bei Kryptowerten oft höher liegt als bei spezialisierten Börsen. Aktive Trader zahlen dadurch mehr als erwartet.

Feste Auszahlungsgebühr

Jede Auszahlung ist mit einer festen Gebühr verbunden, die bei kleinen Beträgen prozentual stark ins Gewicht fällt. Das benachteiligt Nutzer mit geringem Handelsvolumen.

Eingeschränkte Ordertypen bei Krypto

Für echte Kryptowerte stehen weniger fortgeschrittene Ordertypen zur Verfügung als bei reinen Kryptobörsen. Wer präzise Einstiegs- oder Ausstiegspunkte setzen möchte, ist hier eingeschränkt.

US-Dollar als Kontowährung

Da viele Konten in US-Dollar geführt werden, entstehen bei Einzahlungen in Euro zusätzliche Umrechnungskosten. Diese werden von Nutzern häufig unterschätzt und mindern die tatsächliche Rendite.

Fazit der Redaktion

eToro lohnt sich vor allem für Einsteiger, die neben Kryptowerten auch Aktien und ETFs handeln möchten und von der Copy-Trading-Funktion profitieren wollen. Für reinen Kryptohandel ist der Spread im Vergleich zu spezialisierten Börsen oft weniger attraktiv, zusätzlich fallen feste Auszahlungsgebühren und Umrechnungskosten durch die Dollar-Kontoführung an. Die EU-Regulierung und der MiCA-Bezug schaffen Rechtssicherheit, die Steuerdokumentation bleibt aber Eigenaufwand, besonders wegen der Unterscheidung zwischen CFD- und echten Kryptopositionen. Wer aktiv und ausschließlich mit Kryptowerten handeln möchte, findet bei fokussierten Börsen günstigere Konditionen. Für breit gestreute Einsteiger-Depots mit sozialem Handelsansatz ist eToro dennoch eine solide Wahl.

Hinweis: Porträt und Bewertung sind redaktionelle Einschätzungen (Stand: 17. Juli 2026), keine Anlage- oder Kaufberatung. Konditionen können sich ändern – bitte vor der Nutzung beim Anbieter prüfen.