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Krypto-Lexikon

Market Cap (Marktkapitalisierung)

Die Marktkapitalisierung ergibt sich aus dem aktuellen Kurs eines Coins multipliziert mit der Anzahl der umlaufenden Einheiten. Sie ist die gängigste Kennzahl, um die Größe eines Krypto-Projekts einzuschätzen und liegt allen Top-100-Ranglisten zugrunde.

Berechnung und Grundidee

Die Marktkapitalisierung, kurz Market Cap, wird berechnet, indem der aktuelle Kurs eines Coins mit der Anzahl der im Umlauf befindlichen Einheiten (Circulating Supply) multipliziert wird. Hat ein Coin beispielsweise 20 Millionen Einheiten im Umlauf und notiert bei einem bestimmten Kurs, ergibt sich daraus rechnerisch die Marktkapitalisierung. Diese Kennzahl stammt ursprünglich aus der Aktienwelt, wo sie den Gesamtwert aller ausgegebenen Aktien eines Unternehmens beschreibt, und wurde für den Kryptomarkt übernommen, um Projekte unterschiedlicher Größenordnung vergleichbar zu machen.

Der entscheidende Vorteil der Market Cap gegenüber dem reinen Kurs liegt darin, dass sie die tatsächliche Größenordnung eines Projekts abbildet. Ein Coin mit niedrigem Einzelkurs, aber Milliarden im Umlauf, kann eine deutlich höhere Marktkapitalisierung haben als ein Coin mit hohem Einzelkurs, aber geringer Stückzahl. Genau deshalb sagt der reine Kurs eines Coins wenig über dessen tatsächliche Bedeutung im Markt aus.

Warum diese Kennzahl gebraucht wird

Bevor sich die Market Cap als Standard etablierte, orientierten sich unerfahrene Anleger häufig fälschlich am reinen Coin-Preis, um Projekte zu vergleichen – ein Trugschluss, der als 'niedriger Preis, große Chance' bekannt wurde, obwohl der Preis allein nichts über den Gesamtwert aussagt. Die Marktkapitalisierung wurde zur Standardkennzahl, weil sie diesen Denkfehler korrigiert und eine objektivere Einordnung ermöglicht, welche Projekte tatsächlich viel Kapital gebunden haben und welche vergleichsweise klein sind.

Auf dieser Basis entstanden auch die bekannten Ranglisten, etwa die Einteilung in Large Caps, Mid Caps und Small Caps. Bitcoin und Ethereum gehören seit Jahren zu den Large Caps mit der höchsten Marktkapitalisierung im Krypto-Bereich, während neuere oder kleinere Projekte oft als Mid- oder Small-Cap-Coins eingestuft werden. Diese Kategorisierung hilft Anlegern, das Risiko grob einzuschätzen, da kleinere Marktkapitalisierungen tendenziell volatiler und weniger liquide sind.

Grenzen der Kennzahl

Trotz ihrer weiten Verbreitung hat die Market Cap deutliche Schwächen. Sie unterstellt, dass der gesamte Bestand eines Coins zum aktuellen Kurs verkauft werden könnte – in der Praxis würde ein Verkauf großer Mengen den Kurs jedoch stark drücken, sodass die tatsächlich realisierbare Summe weit unter der berechneten Marktkapitalisierung läge. Zudem kann die Kennzahl leicht manipuliert werden, etwa durch Projekte mit sehr geringer Handelsliquidität, bei denen schon kleine Käufe den Kurs und damit die errechnete Marktkapitalisierung stark nach oben treiben.

Ein weiteres Problem betrifft die Unterscheidung zwischen Circulating Supply, Total Supply und Max Supply. Manche Projekte geben nur einen Teil ihrer Coins frei, während der Rest etwa bei Teams, Stiftungen oder für zukünftige Emissionen reserviert bleibt. Wird versehentlich die Total Supply statt der Circulating Supply verwendet, entstehen stark verzerrte Werte. Seriöse Datenplattformen kennzeichnen daher in der Regel klar, welche Bezugsgröße ihrer Berechnung zugrunde liegt.

Bedeutung für Anleger

Für Anleger dient die Marktkapitalisierung vor allem als erster Orientierungspunkt, nicht als abschließendes Bewertungskriterium. Sie hilft, die Größenordnung eines Projekts im Vergleich zu anderen einzuschätzen und liefert einen Anhaltspunkt für dessen Etabliertheit im Markt. Ergänzend sollten Anleger jedoch Faktoren wie das Handelsvolumen, die Verteilung der Coins unter den Haltern sowie die tatsächliche Nutzung des Netzwerks berücksichtigen, um ein vollständigeres Bild zu erhalten.

Insbesondere bei kleineren Kryptowährungen mit geringer Marktkapitalisierung ist Vorsicht geboten, da hier bereits vergleichsweise geringe Kapitalbeträge ausreichen können, um den Kurs stark zu bewegen. Wer die Marktkapitalisierung richtig einordnet, versteht sie daher als nützliches, aber unvollständiges Werkzeug innerhalb einer breiteren Analyse, nicht als alleinige Grundlage für Anlageentscheidungen.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der Begriffserklärung und stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen unterliegen hohen Kursschwankungen.