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Krypto-Lexikon

Mining

Mining ist der Prozess, mit dem in Proof-of-Work-Netzwerken wie Bitcoin neue Blöcke erzeugt und Transaktionen bestätigt werden, indem spezialisierte Rechner rechenintensive kryptographische Aufgaben lösen. Erfolgreiche Miner erhalten dafür neu geschaffene Coins sowie die Transaktionsgebühren des jeweiligen Blocks.

Was beim Mining tatsächlich passiert

Mining bezeichnet den Wettlauf zahlreicher Rechner, sogenannter Miner, um die Lösung eines kryptographischen Rätsels. Bei Bitcoin müssen Miner einen Hash-Wert finden, der unterhalb eines vom Netzwerk vorgegebenen Zielwerts liegt. Da sich dieser Wert nicht berechnen, sondern nur durch massenhaftes Ausprobieren unterschiedlicher Zahlenkombinationen finden lässt, entscheidet vor allem die Rechenleistung über die Erfolgschancen. Wer als Erster eine gültige Lösung präsentiert, darf den nächsten Block an die Blockchain anhängen und sammelt dafür die Blockbelohnung sowie alle Gebühren der enthaltenen Transaktionen ein.

Dieses Verfahren nennt sich Proof of Work, zu Deutsch Arbeitsnachweis. Es stellt sicher, dass niemand ohne erheblichen Energie- und Hardwareaufwand die Blockchain manipulieren kann, denn ein Angreifer müsste mehr Rechenleistung aufbringen als das gesamte restliche Netzwerk zusammen. Diese Eigenschaft macht Mining zum zentralen Sicherheitsmechanismus vieler Kryptowährungen.

Warum es Mining überhaupt gibt

Digitale Währungen ohne zentrale Instanz wie eine Zentralbank benötigen einen Mechanismus, der Vertrauen zwischen fremden Teilnehmern herstellt, ohne dass sich diese kennen oder eine Behörde einschalten müssen. Mining löst genau dieses Problem: Es macht das Fälschen von Transaktionen wirtschaftlich unattraktiv, weil der nötige Rechenaufwand die möglichen Gewinne bei weitem übersteigt. Gleichzeitig sorgt es für eine faire, algorithmisch festgelegte Ausgabe neuer Coins, ohne dass eine einzelne Partei über die Geldmenge entscheidet.

Bei Bitcoin ist die Gesamtmenge auf 21 Millionen Coins begrenzt, und die Blockbelohnung sinkt in regelmäßigen Abständen durch das sogenannte Halving. Seit April 2024 erhalten Miner pro gefundenem Block 3,125 BTC, zuvor waren es 6,25 BTC. Das nächste Halving wird für 2028 erwartet und würde die Belohnung auf 1,5625 BTC senken. Dieser eingebaute Verknappungsmechanismus ist ein zentrales Argument für die Wertaufbewahrungsfunktion von Bitcoin.

Von der Grafikkarte zur Industrieanlage

In den Anfangsjahren von Bitcoin reichte ein gewöhnlicher Heimcomputer-Prozessor aus, um erfolgreich zu minen. Mit steigender Konkurrenz und wachsendem Netzwerk setzte sich zunächst Mining mit Grafikkarten durch, bevor schließlich spezialisierte Chips, sogenannte ASICs, den Markt übernahmen. Diese Geräte sind ausschließlich für den Bitcoin-Hashalgorithmus SHA-256 optimiert und um ein Vielfaches effizienter als handelsübliche Hardware.

Heute betreiben professionelle Mining-Unternehmen riesige Rechenzentren, die oft gezielt in Regionen mit günstigem Strom angesiedelt werden, etwa in der Nähe von Wasserkraftwerken oder stillgelegten Gasfeldern. Einzelne Miner schließen sich häufig zu sogenannten Mining-Pools zusammen, um ihre Rechenleistung zu bündeln und Belohnungen anteilig entsprechend der eingebrachten Leistung zu verteilen. Das reduziert die Varianz der Einnahmen erheblich, auch wenn die durchschnittliche Auszahlung dadurch nicht steigt.

Bedeutung für Anleger und Kritikpunkte

Für Privatanleger ist eigenes Mining heute in der Regel wirtschaftlich uninteressant, da die Investitionskosten für Hardware und Strom die zu erwartenden Erträge meist übersteigen. Wer von der Entwicklung des Bitcoin-Netzwerks profitieren möchte, kauft daher üblicherweise Coins direkt oder investiert in Mining-Unternehmen an der Börse. Dennoch lohnt sich das Verständnis von Mining, weil es unmittelbar mit Angebot, Sicherheit und Energieverbrauch des Netzwerks zusammenhängt und damit Kursentwicklungen beeinflussen kann.

Kritisiert wird Mining vor allem wegen seines hohen Energiebedarfs, der mit dem Stromverbrauch mittelgroßer Staaten verglichen wird. Befürworter entgegnen, dass ein wachsender Anteil des Minings mit erneuerbaren Energien oder sonst ungenutzter Energie betrieben wird. Ethereum hat diese Debatte für sich mit dem Wechsel zu Proof of Stake im September 2022 umgangen, wodurch dort kein energieintensives Mining mehr stattfindet.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der Begriffserklärung und stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen unterliegen hohen Kursschwankungen.