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Krypto-Lexikon

Private Key

Der Private Key ist eine geheime alphanumerische Zeichenfolge, die den kryptografischen Nachweis über das Eigentum an Kryptowährungen liefert und Transaktionen signiert. Wer den Private Key besitzt, hat vollständige Kontrolle über die zugehörigen Coins – unabhängig davon, wer sie tatsächlich erworben hat.

Was ein Private Key technisch ist

Ein Private Key ist im Kern eine sehr große Zufallszahl, meist als 256-Bit-Wert dargestellt, aus der sich mittels kryptografischer Verfahren ein öffentlicher Schlüssel und daraus wiederum eine öffentliche Wallet-Adresse ableiten lässt. Dieser Ableitungsprozess funktioniert nur in eine Richtung: Aus dem Private Key lässt sich die öffentliche Adresse berechnen, aber nicht umgekehrt. Genau diese mathematische Einbahnstraße macht das gesamte System sicher, denn selbst wenn jemand die öffentliche Adresse kennt, kann er daraus praktisch nicht auf den Private Key zurückschließen.

In der Praxis begegnen Nutzer dem Private Key selten in seiner rohen Form. Meist wird er in Form einer sogenannten Seed-Phrase dargestellt, einer Abfolge von zwölf oder 24 englischen Wörtern nach dem BIP-39-Standard, aus der sich beliebig viele Private Keys für verschiedene Coins und Adressen ableiten lassen. Diese Seed-Phrase ist damit faktisch der Generalschlüssel zu allen Coins einer Wallet.

Warum der Private Key so zentral ist

Kryptowährungen kennen kein zentrales Register, das Eigentum im herkömmlichen Sinn verwaltet, wie es etwa eine Bank für Kontoguthaben tut. Stattdessen entscheidet allein der Besitz des passenden Private Keys darüber, wer eine Transaktion signieren und damit Coins bewegen darf. Die Blockchain selbst speichert nur, welche Adresse welchen Betrag hält, nicht aber, welche natürliche Person dahintersteht.

Aus diesem Grund hat sich im Kryptobereich der Grundsatz 'Not your keys, not your coins' etabliert. Wer seine Coins auf einer Börse liegen lässt, besitzt in Wahrheit keinen eigenen Private Key, sondern lediglich einen schuldrechtlichen Anspruch gegenüber der Börse. Das wurde besonders schmerzhaft deutlich, als die Börse FTX Ende 2022 kollabierte und zahlreiche Kunden ihre dort gelagerten Coins nicht mehr zurückerhielten, weil sie faktisch nie die alleinige Kontrolle über die zugrundeliegenden Private Keys besessen hatten.

Verlust, Diebstahl und Aufbewahrung

Der größte Nachteil des Private-Key-Prinzips ist seine Endgültigkeit: Geht ein Private Key oder die zugehörige Seed-Phrase verloren, ohne dass ein Backup existiert, sind die betroffenen Coins unwiederbringlich verloren. Es gibt keine Support-Hotline, keinen Passwort-Reset und keine übergeordnete Instanz, die den Zugriff wiederherstellen könnte. Schätzungen von Analysefirmen gehen davon aus, dass mehrere Millionen Bitcoin dauerhaft aus solchen Gründen unzugänglich sind, etwa weil Festplatten entsorgt oder Passwörter vergessen wurden.

Genauso kritisch ist der Diebstahl: Wer Zugriff auf den Private Key einer fremden Wallet erhält, etwa durch Phishing, Malware oder unsichere Cloud-Backups, kann die Coins ohne Zustimmung des eigentlichen Eigentümers vollständig abziehen. Aus diesem Grund empfehlen Sicherheitsexperten, größere Bestände in Hardware-Wallets zu speichern, die den Private Key offline und getrennt vom Internet verwahren, statt ihn auf einem mit dem Netz verbundenen Gerät zu speichern.

Praktische Konsequenzen für Anleger

Für jeden, der Kryptowährungen hält, ergibt sich aus dem Private-Key-Prinzip eine klare Verantwortung: Wer echte, selbstverwaltete Kontrolle über seine Coins haben möchte, muss den Private Key beziehungsweise die Seed-Phrase sicher und redundant aufbewahren, etwa auf Papier oder Metall, physisch getrennt von digitalen Geräten und idealerweise an mehreren Orten. Digitale Fotos oder Cloud-Speicherungen der Seed-Phrase gelten als besonders riskant, da sie potenziell von Angreifern ausgelesen werden können.

Gleichzeitig bedeutet die Nutzung einer Börse zum Aufbewahren von Coins immer ein gewisses Gegenparteirisiko, das gegen den Komfort einfacher Handelbarkeit abgewogen werden muss. Viele erfahrene Nutzer verfolgen deshalb eine Mischstrategie: kleinere Beträge für aktives Trading auf Börsen, größere langfristige Bestände in einer selbstverwalteten Wallet mit eigenem Private Key.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der Begriffserklärung und stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen unterliegen hohen Kursschwankungen.