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Krypto-Lexikon

FOMO (Fear of Missing Out)

FOMO beschreibt die Angst, eine lukrative Kursrally zu verpassen, und führt dazu, dass Anleger impulsiv und oft zu überteuerten Preisen kaufen. Es ist ein psychologisches Muster, das besonders in stark schwankenden Märkten wie dem Kryptomarkt regelmäßig zu beobachten ist.

Was hinter dem Kürzel steckt

FOMO steht für 'Fear of Missing Out', zu Deutsch etwa die Angst, etwas zu verpassen. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Sozialpsychologie und beschreibt das unangenehme Gefühl, bei einem positiven Ereignis nicht dabei zu sein, während andere davon profitieren. Auf Finanzmärkte übertragen bedeutet FOMO, dass Anleger einen Vermögenswert kaufen, weil dessen Kurs bereits stark gestiegen ist und die Sorge überwiegt, eine weitere Rally zu verpassen.

Im Kryptomarkt ist FOMO besonders ausgeprägt, weil die Kursbewegungen häufig extremer und schneller ablaufen als bei klassischen Aktien oder Anleihen. Meldungen über neue Rekordstände, virale Beiträge in sozialen Netzwerken oder Berichte über schnell reich gewordene Anleger verstärken diesen Effekt zusätzlich und lassen die Nachfrage kurzfristig explodieren.

Wie FOMO Marktbewegungen antreibt

FOMO wirkt in der Praxis oft als Verstärker bereits laufender Trends. Steigt der Kurs eines Coins deutlich, ziehen mediale Berichterstattung und soziale Netzwerke immer mehr unerfahrene Käufer an, die aus Angst, den Anschluss zu verpassen, zu jedem Preis einsteigen. Dieses Verhalten kann kurzfristige Blasen erzeugen, die entstehen, weil die Nachfrage nicht mehr durch fundamentale Faktoren, sondern durch reine Gier und Herdentrieb getrieben wird.

Besonders anschaulich zeigte sich dieses Muster in vergangenen Bullenmärkten, etwa bei der Rally von Bitcoin Ende 2017 oder während des breiten Krypto-Höhenflugs 2021, als zahlreiche Altcoins binnen Wochen mehrere hundert Prozent zulegten und anschließend ebenso schnell wieder einbrachen. Wer erst kaufte, als der Trend bereits allen bekannt war, erwischte häufig einen ungünstigen Einstiegszeitpunkt kurz vor einer Korrektur.

Der psychologische Gegenspieler: Panik

FOMO wird oft als emotionales Spiegelbild der Panik beschrieben, die in Crashphasen auftritt. Während FOMO Anleger dazu treibt, nahe am Hoch zu kaufen, sorgt Panik dafür, dass dieselben Anleger nahe am Tief wieder verkaufen, sobald der Kurs fällt und Verlustängste dominieren. Dieses Wechselspiel aus Gier und Angst gilt als einer der Hauptgründe, warum viele Privatanleger im Durchschnitt schlechter abschneiden als der Markt insgesamt.

Analysten und erfahrene Trader beobachten daher häufig Stimmungsindikatoren wie den sogenannten Fear-and-Greed-Index, der versucht, das Verhältnis von Angst und Gier im Markt in einer einzigen Kennzahl abzubilden. Extreme Werte in Richtung Gier gelten manchen als Warnsignal dafür, dass FOMO-getriebene Käufe den Markt überhitzen.

Umgang mit FOMO als Anleger

Der wirksamste Schutz gegen FOMO ist ein zuvor festgelegter, disziplinierter Investitionsplan, der unabhängig von kurzfristigen Kursbewegungen befolgt wird. Strategien wie regelmäßiges, gleichmäßiges Investieren über einen längeren Zeitraum – oft als Cost-Average-Effekt bezeichnet – nehmen dem einzelnen Einstiegszeitpunkt einen Teil seiner emotionalen Wucht und verringern das Risiko, ausschließlich aus Angst zu handeln.

Ebenso hilfreich ist es, sich vor einer Investition bewusst zu fragen, ob eine Kaufentscheidung auf nachvollziehbaren Gründen oder allein auf der Beobachtung steigender Kurse und viraler Nachrichten beruht. Wer erkennt, dass ein Kaufimpuls primär aus der Sorge entsteht, etwas zu verpassen, kann bewusst eine Pause einlegen, statt einer kurzfristigen Marktstimmung zu folgen.

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Hinweis: Dieser Beitrag dient der Begriffserklärung und stellt keine Anlageberatung dar. Kryptowährungen unterliegen hohen Kursschwankungen.